Irgendwie geht sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Diese Ursula. Ursula Seiz, mit vollem Namen. Die Tochter des Rathauswirtes. Ein hungriger Ziegenbock soll sie 1636 einfach vom Estrich des Weinfelder Rathauses gestoßen haben. Die Arme Ursula. Wo hatte sie nur ihren Pfefferspray? Dabei wollte sie dem Bock doch gar nichts antun. Im Gegenteil, mit ihrem grossen Herz für Tiere, wollte sie ihn doch nur heruntertragen. Doch da die Ursula noch kein Fitnesscenter kannte, war sie dem Tier unterlegen und dieser sprang mit ihr doch kurzer Hand aus der Luke, durch welche man eigentlich Holz und Korn hinaufzog. So flogen die beiden ohne Bungee-Seil in Richtung Rathausplatz. Ein Glück für Ursula, dass der lebensmüde Bock schwerer war als sie und beim Sturz stets vor der Ursula flog. Beim Aufprall gab es sicherlich eine „Sauordnung“ doch dass war egal, denn Ursula überlebte den Bockangriff.
Die Eltern von Ursula. Also Herr Seiz und Frau Seiz, betrachteten diese Rettung als göttliche Hilfe und stifteten aus Dankbarkeit ein Kruzifix auf den Hochaltar der Kirche. Dies war damals wohl gerade In. Heute würde man vielleicht eine lautlose Kirchenglocke schenken. Auf dem hölzernen Fusse des Kreuzes, malte man dann noch eine Zeichnung vom Bungee-Sprung der Ursula. Eine Art Erinnerung. Heute würde man ein Foto aufkleben und eine Handy-Live-Aufzeichnung des Sprunges auf You-Tube stellen.
Vielleicht würde ich dann auch ein Bild von Ursula im Internet finden. Doch bei Google oder Facebook habe ich sie leider nicht gefunden. So bleibt am Ende halt doch nur die Vorstellung und die Sage um Ursula. Ursula Seiz.
Wer mehr solche tollen Geschichten wie die der Ursula hören will, dem empfehle ich eine interessante Dorfführung durch Weinfelden. Mehr Informationen sowie die Daten der nächsten Öffentlichen Führungen findet man unter folgendem Link.
Grossartig!
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